daf_vorstand

Gegründet 1988

Anfang der 1980` er Jahre wurden die Drensteinfurterinnen Walburg Dietrich und Waltraud Angenendt durch persönliche Begegnungen auf Flüchtlinge und ihre Situation in Drensteinfurt aufmerksam. Die eine wurde von einem Libanesen angesprochen, die andere lernte eine Gruppe Tamilen kennen, die in der ersten Etage des baufälligen Jugendheimes untergebracht war. Die Betreuung der Flüchtlinge durch die zuständigen amtlichen Stellen damals war minimalistisch, der Hilfsbedarf der Flüchtlinge entsprechend umfangreich. Damals entstand bei den beiden Drensteinfurter Frauen der Wunsch, ausgiebig Kontakte zu ausländischen Menschen in Drensteinfurt zu knüpfen und zu pflegen und ihnen Hilfestellungen in der besonderen Situation der Flucht aus der Heimat und des Asylverfahrens hier in Deutschland anzubieten.

1988 schließlich gründeten Alison Kreuzer, Walburg Dietrich, Waltraud Angenendt, Annette Mors und Marga Dahlhaus den Verein „Deutsch-Ausländischer-Freundeskreis Drensteinfurt“, kurz „DAF“ genannt. Am 21. Mai 1992 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichts Ahlen als gemeinnütziger Verein.

Der Verein zählt derzeit rund 36 Mitglieder; 5 davon arbeiten im Vorstand. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich für den Verein. Die Einnahmen des Vereins, die ausschließlich für die Flüchtlinge verwendet werden, stammen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und städtischen Vereinszuwendungen. Viele Freunde und Förderer unterstützen die Arbeit des DAF: zum Beispiel die evangelische und katholische Kirchengemeinde, politische Parteien, Vereine und Privatpersonen.

Derzeit halten sich rund 350 Flüchtlinge (Anzahl variierend) in Drensteinfurt einschließlich Rinkerode, Walstedde und Ameke auf. Sie stammen aus rund 30 verschiedenen Ländern wie zum Beispiel Ägypten, Afghanistan, Albanien, Algerien, Angola, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Eritrea, Georgien, Ghana, Guinea, Indien, Irak, Kosovo, Marokko, Mazedonien, Mongolei, Nigeria, Pakistan, Sri Lanka, Syrien, Türkei. Sie leben hier verteilt auf etwa 15 Übergangswohnstätten (Anzahl variierend).

Unser Leitbild

Wesentliche Zielsetzung des DAF ist es, die Lebenssituation der Flüchtlinge zu verbessern, das Zusammenleben zwischen Deutschen und Ausländern zu fördern, gegenseitige Vorurteile abzubauen und Toleranz zu stärken. Wir glauben, dass wir in Drensteinfurt und Deutschland überhaupt langfristig davon profitieren, wenn Menschen aus anderen Ländern und Kulturen in unserer Stadt leben. Wir sehen das keinesfalls durch eine rosarote Brille. Alle Menschen, gleich aus welchem Land und welcher Kultur sie stammen, haben Stärken und Schwächen, können anderen und sich selbst nützen und schaden. Wir erleben AusländerInnen in Drensteinfurt bei unserer täglichen Arbeit für den DAF ebenso differenziert wie unsere deutschen MitbürgerInnen: freundlich, unfreundlich, offen, verschlossen, kooperativ, ablehnend, hilfsbereit, passiv - menschlich vielfältig eben. Dennoch: Wissen, Erfahrungen, Ängste und Kompetenzen zu verbinden, halten wir für wichtig; daraus kann Neues entstehen und können Antworten auf die großen und kleinen Fragen unserer Gesellschaft erwachsen. Vielfalt zulassen, sich für Vielfalt interessieren und aus ihr lernen – so versucht der DAF seit über dreißig Jahren dem wachsenden Zuzug von Menschen aus aller Welt nach Deutschland zu begegnen.